Geschichten

Türkisch-arabische Lebensmittelläden

Panorama am Steintor

Für viele Menschen bedeutet  Heimat nicht nur der Ort, an dem sie sich zuhause fühlen oder aktuell wohnen. Für manche bleibt ein Teil der Heimat immer der Ort an dem sie aufgewachsen sind. So sind bilden zum Beispiel  Gerüche, Produkte und auch Lebensmittel eine emotionale Brücke an diesen Ort.
Diese Dinge wieder wahrzunhemen, und auch Menschen, die die gleiche Sprache sprechen und vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ist für viele Menschen sehr angenehm. Hierzu kommen sie gerne in die türkisch-arabischen Lebensmittelläden am Steintor.

Stichkanal Limmer

Stichkanal am Limmer – By Christian Schröder [CC BY-SA 3.0
Zum Ankommen in einer neuen Stadt gehört es für T. Menschen zu treffen. Er kam vor ca. zwei Jahren von Eritrea nach Deutschland. Einer seiner Lieblingsorte in Hannover ist der Kanal bei der Brunnenstraße in Linden-Limmer. Von da kann man die Schiffe beobachten, die auf dem Kanal fahren. Im Sommer ist T dort gern mit Freunden zum Schwimmen und Grillen. Wenn man dann zu viel Bier trinkt, muss man aufpassen, sagt er, weil der Fluss da ganz schön tief sei, das könne gefährlich sein.

Welfengarten

Andree Stephan: Das Welfenschloss heute – Eigenes Werk – CC-BY-SA-3.0

T. kommt gebürtig aus Chemnitz bzw. Karl-Marx-Stadt und ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Sie ist vor fünf Jahren nach Hannover gekommen und in die Nordstadt gezogen. Am E-Damm konnte sie alle wichtigen Erledigungen machen: Dort waren nahe ihrer Wohnung eine Bank, eine Apotheke, ein Biomarkt, ein Café und der Wochenmarkt auf dem Klagesmarkt. Sie hielt sich viel in der Bibliothek der Uni auf und verbrachte ihre Freizeit viel im Welfengarten hinter dem Schloss, wo sie mit Freunden im Sommer grillte. Beim Ankommen in Hannover war es für T wichtig, Freunde zu finden und mit ihnen Zeit zu verbringen.

Der Welfengarten
Der Wunsch

Bundespolizeiinspektion Hannover

Als V. im Hauptbahnhof in Hannover ankam und Asyl beantragen wollte, sprach er die Menschen auf der Straße an. Doch alle ignorierten ihn, niemand antwortete auf seine Fragen. So ging V. zur Polizeistelle in der Kurt-Schumacher-Straße, wo ihm weitergeholfen wurde. Die Polizist*innen gaben ihm Infos zum Asylantrag und kümmerten sich für ihn um ein Ticket und eine Übernachtung im Hotel. V. möchte in Zukunft gern in Frieden in Deutschland leben und studieren.

Disco Bella Wuppdich

Als U. vor ca. 30 Jahren nach Hannover zog, war er viel in der Disco „Bella Wupp Dich“ zum Tanzen und Leute kennenlernen; man verabredete sich zum Tee trinken zu Hause und zum Feiern. Neben Freunden und seinem neuen zu Hause war U. auch ein Arbeitsplatz wichtig, um richtig in Hannover anzukommen.

Das Ursprüngliche Bella Wuppdich ist geschlossen.

Ernst-August-Denkmal

Das Erst-August-Denkmal von JoachimKohlerBremen – Eigenes Werk, CC-BY-SA

Das Reiterstandbild des ehemaligen Königs von Hannover, Ernst-August wurde 1861 aud dem nach ihm benannten Platz vor dem Hauptbahnhof errichtet. Es dient, neben der Kröpke-Uhr, als weiterer beliebter Treffpukt in der Hannover Innenstadt.

Auch viele Menschen mit Fluchterfahrungen, wie Naeem, nutzten das Denkmal als Orientierungspunkt beim Ankommen in der Stadt.

R. aus Eritrea

Für R. aus Eritrea wurde das Ernst-August-Denkmal zu einem wichtigen Orientierungspunkt. Er lebte anfangs in einer Unterkunft für Geflüchtete außerhalb von Hannover. Dort gab es immer wieder Menschen, die Drogen- und Alkoholprobleme hatten. Um Abstand zu diesen Leuten zu gewinnen, unternahm R gerne Ausflüge zum Hauptbahnhof Hannover. Auf dem Weg dahin hat er sich jedoch verfahren. Da er damals weder Deutsch noch Englisch sprechen konnte, war es für ihn schwierig, sich nach dem Weg zu erkundigen. Schließlich konnte ihm ein Mann weiterhelfen, indem er auf dem Handy ein Bild vom Reiterdenkmal am Hauptbahnhof zeigte und den Weg dorthin dann mit Händen und Füßen erklärte. R muss lachen, als er davon erzählt. Ankommen bedeutet für ihn Spaß, sagt er, weil man viel Neues lernen kann.

R. aus Eritrea - Das Reiterdenkmal
R. aus Eritrea – Das Reiterdenkmal

Der Kröpke

Kröpke
Der Kröpke, von ChristianSchd – CC BY-SA 3.0

Kasemi aus Afghanistan

Kasemi kommt aus Afghanistan. Der Kröpcke mit der großen Uhr war der erste Ort, den er in Hannover gesehen hat. Der Kröpcke dient für ihn als Treffpunkt mit Freunden. Er mag auch das Neue Rathaus gerne.

Ein Bild des Kröpkes von Kasemi

Ferass aus Syrien

Ferass war in Syrien Theaterregisseur und Schauspieler. In Hannover fehlt ihm seine Arbeit. Er wünscht sich hier mehr Kunst, Literatur und Theater – auch auf Arabisch. Kunst sei wichtig, um sich ausdrücken und mit Menschen in Kontakt kommen zu können. Deshalb gefällt Ferass die Innenstadt um den Kröpcke herum: Dort sind immer viele Menschen zum Kennenlernen und Quatschen. Am Kröpcke werden viele Sprachen gesprochen. Hier hat Ferass auch zum ersten Mal Menschen afrikanischer Abstammung gesehen.